Airport

Dumpfbacke auf Reisen

Vor vier Wochen habe ich hier auf den feinen Unterschied zwischen Tussi und Tüpfi hingewiesen. Zur Erinnerung: (1) Ein Tussi ist nicht unbedingt ein Tüpfi. (2) Ein Tüpfi ist eine Dumpfbacke, sprich eine Person mit beschränkter Auffassungsgabe und auch sonst recht bescheidenen intellektuellen Fähigkeiten. (3) Als Paradebeispiel ist in diesem Zusammenhang das einfältige hirn- und busenlose Liesi anzuführen.

Nun hatte ich kürzlich das ausserordentliche Vergnügen, eine weitere Dumpfbacke der edelsten Sorte in freier Wildbahn zu erleben. Zugetragen hat sich diese Beobachtung vor und nach dem Flug von A nach B in vier eindrucksvollen und unvergesslichen Szenen.

Erste Szene

Dumpfbacke taucht im Flughafen A in kniehohen Stiefeln und knallengen Jeans mit forschem Schritt und gefährlich schwingendem Arsch am Gate für den Flug nach B auf. Zielstrebig und mit wedelnder Bordkarte in der ausgestreckten Hand steuert sie auf den Mitarbeiter der Fluglinie hinter dem Schalter zu.

Dumpfbacke: Ist das der Flug nach B? Bin ich nicht zu spät? Kann ich einsteigen?
Bodenpersonal: Nein, das Boarding hat noch gar nicht begonnen.

Dumpfbacke guckt erstaunt, bevor sie die nächste, etwas unerwartete Frage stellt.

Dumpfbacke: Kann ich vorher noch aufs Klo gehen?
Bodenpersonal (verdutzt): Selbstverständlich, es dauert noch mindestens zehn Minuten bevor wir mit dem Einsteigen beginnen.

Dumpfbacke macht auf dem Absatz kehrt und schwingt ihren Arsch quer durch den Raum in Richtung Toilette. Dabei hält sie ihre Bordkarte weiterhin fröhlich wedelnd in der ausgestreckten Hand, fast so wie Helene Fischer ein Mikrofon.

Zweite Szene

Das Boarding hat begonnen und die ersten Passagiere besteigen bereits den Bus, der sie zum Flugzeug bringen soll. Dumpfbacke stöckelt mit schwingendem Arsch und – erraten – wedelnder Bordkarte aus der Toilette. Dumpfbacke muss vom Bodenpersonal darauf aufmerksam gemacht werden, ihre Bordkarte auf den Scanner zu legen, damit sich der Durchgang öffnet. Dumpfbacke guckt wieder erstaunt und schafft diese Aufgabe nur mit Unterstützung des Bodenpersonals. Dumpfbacke schwingt ihren Arsch durch die Tür und wirkt irritiert, vermutlich weil sie vor einem Bus statt einem Flugzeug steht. Dumpfbacke umrundet forschen Schrittes und – jawohl, mit wedelnder Bordkarte – zweimal den Bus, bis es dem Bodenpersonal gelingt, sie mit Handzeichen auf die weit geöffneten Bustüren aufmerksam zu machen. Dumpfbacke kapiert endlich, steigt in den Bus und lässt sich auf den erstbesten Sitzplatz fallen. Sie wirkt dabei etwas genervt. Das Bodenpersonal ist es längst.

Dritte Szene

Das Flugzeug ist in B gelandet. Im Terminal teilt sich der Strom der angekommenen Reisenden in zwei Gruppen. Die Transitpassagiere versammeln sich vor der grossen Anzeigetafel, um sich über das Gate für den Weiterflug zu informieren. Der Rest, inklusive meiner Wenigkeit, macht sich auf den Weg in Richtung Ausgang und Gepäckausgabe. Auf der Rolltreppe drängt sich plötzlich eine Frau mit der Bemerkung an mir vorbei, dass sie es eilig hätte wegen des Anschlussfluges. Ich denke mir noch, dass dies aber der falsche Weg dafür ist, da trampelt Dumpfbacke an mir vorbei und schafft es sogar beim abwärts Laufen auf der Rolltreppe ohne Unterbrechung mit dem Arsch zu wackeln. Selbst dabei hält sie noch immer ihre Bordkarte in der ausgestreckten Hand. Jeder anderen Person hätte ich in der gleichen Situation den richtigen Weg zum Transitbereich gezeigt, doch personifizierte Blödheit muss leiden, um dadurch (vielleicht doch irgendwann) zu lernen. Ohne zu zögern oder langsamer zu werden, rennt Dumpfbacke zielstrebig durch den Ausgang. Nicht durch irgendeinen Ausgang, sondern durch jene Tür, durch die es am Flughafen absolut kein Zurück mehr gibt. Die Hinweistafeln mit der Aufschrift NO WAY BACK, NO TRANSIT, EXIT ONLY ignoriert sie oder versteht sie nicht (wäre ja möglich), obwohl auch die deutsche Übersetzung angeschrieben ist.

Vierte Szene

Dumpfbacke steht verloren zwischen den Gepäckbändern und guckt mit grossen Augen in der Ankunftshalle herum. Zum ersten Mal wackelt sie weder mit Arsch noch mit Bordkarte. Irgendwo, ganz weit hinten in ihren Ganglien muss es ihr leise dämmern, dass irgendwie irgendwas nicht ganz so ist wie es sein sollte.

Nur was?

Ob Dumpfbacke es dann rechtzeitig kapiert und doch noch durch die Sicherheitskontrolle zurück ins Terminal und weiter zum richtigen Abfluggate geschafft hat, wird mir leider für immer ein Geheimnis bleiben.

Die Moral von der Geschichte: Tussis reisen mit Leidenschaft und Grandezza, aber Dumpfbacken sollten lieber zu Hause bleiben.

Bis nächste Woche
Euer Tussi M.

(c) Mike Denoth

Airport
Foto Credit: Pixabay (Lizenz: Creative Commons CC0 Public Domain)

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2 Gedanken zu “Dumpfbacke auf Reisen

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