Weizenfeld

Vorbilder & Abziehbilder

Die Tussi macht sich ja ab und zu so Gedanken über dies und das und jenes. Habe ich ein Vorbild? Wenn ja, welches? Oder sind es gar mehrere? Und überhaupt, was ist eigentlich ein Vorbild?

Ist es der Musiker, der mit einer einzigen Strophe eines Liedes beim Zuhörer einen ganzen Kinofilm im Kopf entstehen lässt? Der an seine Band die Anforderung stellt, stets über 200 Lieder auf Handzeichen oder Zuruf parat zu haben? Der niemals einen konventionellen Beruf ausgeübt hat, sondern immer seinen Traum gelebt hat?

Ist es der Schriftsteller, der mit nicht einmal Dreissig seinen ersten Bestseller veröffentlicht und ab diesem Zeitpunkt von seiner Leidenschaft leben kann? Dessen Bücher in so gut wie jedem Land dieser Welt erhältlich sind und regelmässig verfilmt werden? Der nicht nur seine Leser mit seinem Talent unterhält, sondern damit sich selbst über diverse Lebenskrisen hinweg hilft?

Ist es der Auswanderer, der es ohne Geld und mit bescheidener Ausbildung, dafür aber mit umso mehr Mut und Risikobereitschaft in einem fremden Land zu Wohlstand, Reichtum und Ansehen bringt? Und ich meine damit jetzt nicht die bescheuerten Typen, die in gleichermassen bescheuerten deutschen TV-Dokumentationen rasch mal eben good bye sagen.

Ist es das Sternchen, dessen einzige Leistung es ist, dauergrinsend ihr ausladendes Dekolleté durch die Gegend zu spazieren, ihr Hinterteil effektvoll ins Scheinwerferlicht zu schwingen und damit ein Vermögen macht?

Ist es die Ärztin, die auf eigene Kosten blinde Kinder in Afrika operiert, um ihnen ein neues Leben und den ersten Anblick der Savanne im Abendrot zu ermöglichen?

Ist es die Ananas, die von der Karriere als Hauptattraktion auf einer Pizza Hawaii träumt?

Meine Antwort lautet: alle miteinander und keine/r. Was ich Euch damit sagen will, ist, dass es gut ist, gewisse Vorbilder zu haben, zum Beispiel zum Zweck der Motivation und Begeisterung, aber dass es schlicht und einfach idiotisch wäre, diesen Idolen bedingungslos hinterher zu laufen. Es ist also nicht so, dass ich vor den Bildern meiner Vorbilder sitze, in Ehrfurcht erstarrt und auf ihre nächste Bewegung wartend, um es ihnen gleich zu tun. Ganz und gar nicht – ich spüre ein gewisses Aufatmen bei meiner Leserschaft – denn schnell wird aus dem Nachlaufen ein Nachäffen und aus dem Vorbild ein Abziehbild. Denn selbst eine perfekte Kopie wird am Ende nie gleich gut wie das Original sein. Eine Ausnahme sind vielleicht die (Vor-)Bilder von Damen mit schicken Helmfrisuren. Aber das tönt jetzt für Euch sowieso vollkommen absurd und versteht ohnehin nur meine Frau, also vergesst es am besten gleich wieder.

Also nehmt mich zum Vorbild oder zumindest als Abziehbild
Euer Tussi M.

PS: Ich bin da neulich über diesen Beitrag von Nicole Inez gestolpert. Anschliessend habe ich mir gedacht, ich könnte sie mir ja zum Vorbild nehmen und ebenfalls an dieser Blogparade zum Thema Vorbild teilnehmen. Sorry, schwache Pointe, ich weiss … aber ich konnte einfach nicht widerstehen. 🙂

(c) Mike Denoth

Weizenfeld
Foto Credit: Pixabay (Lizenz: Creative Commons CC0 Public Domain)

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2 Gedanken zu “Vorbilder & Abziehbilder

  1. Pingback: Vorbilder | Mixup

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